Gisbert zu Knyphausen | Kulturzelt Kassel

Gisbert zu Knyphausen | Kulturzelt Kassel
Freitag | 10. August 2018 | 19:30 Uhr


Sieben Jahre! Das muss man sich mal vorstellen, was das in Stunden, Nächten, Atemzügen ist. Auf jeden Fall eine Menge Zeit ohne neue Lieder von Gisbert zu Knyphausen. Vor sieben Jahren ist sein letztes Album erschienen, jetzt kommt das neue, es heißt „ Das Licht dieser Welt.“ Jetzt erstmal Freude, dass er wieder da ist, denn einen wie ihn gibt’s da draußen nicht, wo seit Jahren immer mehr Musiker auf Deutsch singen, aber eben nicht wie Gisbert. Bei Gisbert war das schon immer ganz wunderbar anders. Seine Poesie weitet den Blick, seine Melancholie neigt sich ins Licht, und bei all dem Schmerz und all der Sehnsucht ist da immer auch Hoffnung, dieses wunderbare Weiter.

Also: neues Album, zwölf neue Stücke, großes Hallo, altes Glück und ein paar Überraschungen. Es gibt zwei Songs mit englischen Texten und einen, der hat keinen. „Das Licht dieser Welt“ ist ein Lied, das man jedem neuen Menschen vorsingen möchte, eine Liebeserklärung an jede neue Existenz. „Kommen und Gehen“ handelt vom Sterben, Stadt Land Flucht, und in „Cigarettes & Citylights“ geht’s um die rasende Sehnsucht danach, irgendwo anzukommen. Andere hätten daraus eine Hymne auf die Heimat gemacht, aber Gisbert will niemanden verarschen, er lässt einen angenehm unangenehm berührt zurück mit der Zeile: „that you can crawl in and then call it your home. Your home.“ Toll! Wie überhaupt alles hier. Wie sich Licht und Schatten abwechseln, als würden die Wolken über den Himmel jagen. Auch musikalisch hat sich einiges geändert. Die Musik ist offener geworden, vielseitiger. Gisbert hat neue Musiker um sich geschart und das Korsett des Liedermachers vollends gesprengt, es sind weniger Gitarren zu hören, dafür Vibraphone, Posaunen, Trompeten, Synthesizer und ein Klavier.