Randfilmfest 2018

Randfilmfest 2018
Donnerstag | 13. September 2018 | 18:00 Uhr


Sie sind wehrhafte Jungfrauen, Heroinen mit Unschuldsmiene, letzte Überlebende und axtbewehrte Dominas. Kein anderer weiblicher Stereotyp ist im Genrekino so präsent wie der des „Final Girls“, der Opferheldin, die das (zumeist) männliche Böse besiegt. Doch die ewige Klassifizierung, die immergleiche Rollenzuweisung nervt. Im Leben, wie im Kino.

Darum räumt Randfilm jetzt auf mit dem Märchen von der Schönen und dem Biest. Wirft die klassische Rollenverteilung von Gut und Böse, weiblich und männlich über Bord. Statt „übriggebliebener Mädchen“ gibt es hier Frauen, die mitten im (filmischen) Leben stehen. Der Opfermythos zersplittert unter Stilettos und Army-Boots. Final Girl zu sein ist nicht länger Frauendomäne und jeder kann ab jetzt der oder die Letzte sein.

Einmal mehr wird das Randfilmfest zur Bühne des Verdrängten und Zensierten, von der Leinwand schlägt es zurück auf MeToo-Debatte, Post-Feminismus und Neo-Maskulinität. Wir holen vereinnahmte Werke unter der akademischen Käseglocke hervor. Stellen den intellektuellen Diskurs gegen das totale Sehen.

Etliche Filme laufen hier als deutsche Erstaufführung. In der Hommage verbeugen wir uns vor Claire Denis. Zerren die Filme von schuldigen Männern aus dem Keller. Sehen die Welt durch die Augen großer RegisseurInnen.

Installationen, Tanz, Konzerte und Publikumsgespräche gibt es außerdem.