Michael Kohlhaas – nach Heinrich von Kleist

Michael Kohlhaas – nach Heinrich von Kleist
Freitag | 22. März 2019 | 18:00 Uhr


Michael Kohlhaas, der Klassiker nach Heinrich von Kleist, in der Inszenierung von Janis Knorr dicht, atmosphärisch und prägnant erzählt, bleibt hochaktuell, liefert er doch ein Modell für zukünftige Aufstände, Rebellionen, Revolutionsversuche und zeigt, dass es möglich ist, das Gewaltmonopol des Staates zu durchbrechen.

Es spielen: Enrique Keil (Kohlhaas), Michaela Klamminger (Lisbeth), Christian Ehrich (Herse), Jürgen Wink (Luther)

Inszenierung: Janis Knorr

Mehr zum Stück: http://www.staatstheater-kassel.de/programm/spielplan/michael-kohlhaas/2728/

Karten gibt es an der Theaterkasse, telefonisch unter 0561 1094 222 und online: https://karten.staatstheater-kassel.de/de/tickets

zeitlos aktuell | atmosphärisch | Klassiker | Vorbild für Revolutionen |
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Zum Stück:

Michael Kohlhaas, rechtschaffener Pferdehändler aus Brandenburg, reist nach Sachsen, um einige seiner Tiere zu verkaufen. Auf sächsischem Gebiet wird er jedoch im Namen des Junkers von Tronka aufgehalten – er müsse einen Passierschein vorweisen. Diesen könne er sich in Dresden abholen, als Pfand müsse er dem Junker allerdings zwei Rappen überlassen.In Dresden entpuppt sich die Forderung des Junkers als Akt der Willkür ohne Rechtsgrundlage. Zu seinem Entsetzen findet Kohlhaas nach seiner Rückkehr seine Rappen in völlig desolatem Zustand vor – sie wurden zur Feldarbeit eingesetzt, Kohlhaas’ Knecht misshandelt und verjagt. Vor dem zuständigen Gericht in Dresden erhebt Kohlhaas Klage gegen den Junker Wenzel von Tronka. Er scheitert. Zu groß ist der Einfluss von Verwandten Tronkas in mächtigen Positionen.

Damit beginnt eine höchst verwickelte Geschichte um einen Rechtsstreit, der durch Kohlhaas’ Rachefeldzug zur Eskalation von Gewalt führt.

Ist er ein Rebell? Oder ein passionierter Querulant, der ein ihm korrupt erscheinendes System bekämpft, in dem Willkür und Vetternwirtschaft statt Recht und Ordnung herrschen? Heinrich von Kleist konzipierte die Novelle als literarischen Beitrag zu den Bemühungen der preußischen Reformer im frühen 19. Jahrhundert, die der Auffassung waren, durch Befolgen und Umsetzen von liberalen Grundsätzen ließe sich eine Revolution vermeiden. Zugleich aber schrieb er – ob bewusst oder unbewusst – für ein anderes Publikum. Denn Kohlhaas liefert ein Modell für zukünftige Aufstände, Rebellionen, Revolutionsversuche und zeigt, dass es möglich ist, das Gewaltmonopol des Staates zu durchbrechen.