Romeo und Julia

Romeo und Julia
Samstag | 25. Mai 2019 | 19:30 Uhr


ROMEO UND JULIA
von William Shakespeare

Sie sind das bekannteste Liebespaar der Theatergeschichte. Ihre Liebe gilt als Inbegriff der heiß-kalten Leidenschaft, die größtes Glück und inniges Einverständnis mit dem eigenen Sterben vereint; zwei sehr gegensätzliche Zustände, die sich hochschaukeln, die am Ende fast zwangsläufig auf den Tod zusteuern. Romeo ist unglücklich verliebt in Rosalind und seine Freunde versuchen mit allerhand derbem Spott, ihn seiner Melancholie zu entreißen. Julia ist unter Druck, weil ihre Eltern sie fürsorglich und möglichst bald mit einem Prinzen verheiraten wollen. Und die Familien der beiden, die Montagues und die Capulets, pflegen eine rachsüchtige Familienfehde. Als Romeo und seine Freunde sich auf dem Maskenball bei den Capulets einschleusen, sieht er Julia zum ersten Mal – und sieht sie nicht, denn alle Gäste sind maskiert. Und dennoch: Beide trifft Amors Pfeil wie ein Blitz und sie sind verloren. Shakespeare, der weder die Liebe der Romantik noch unsere heutige Psychologie kannte, spielt in seinem Stück virtuos mit den literarischen Vorbildern. Die Liebe, die Shakespeare schildert, bezieht ihre Kraft durchaus noch aus dem literarischen Genre der mittelalterlichen Liebesdichtung, die dadurch ihre Schönheit erzielt, dass die Liebe umso heißer besungen wird, je unmöglicher sie faktisch ist. Und doch beschreibt er, rasend modern, wie sich die beiden Menschen aus ihren gesellschaftlichen Festlegungen herausarbeiten, wie ihr individuelles Gefühl ihnen die Kraft verleiht, die familiär und gesellschaftlich bestimmenden Ordnungen zu sprengen, den Diskurs über Freund und Feind, Mann und Frau, Schein und Sein, wie Wachs hinwegzuschmelzen. Kein Wunder, dass das tödlich endet.

Für ihre Kasseler ORESTIE erhielt Regisseurin Johanna Wehner 2017 den FAUST-Preis.

Zur Stückseite: http://www.staatstheater-kassel.de/programm/a-z/romeo-und-julia/


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